Nachhaltige Standortentwicklung – Bewertung der Mach- barkeit einer Steinbrucherweiterung in einem FFH-Gebiet

Seit rund 100 Jahren werden in Hagen Feuerfeststeine produziert, wie sie z.B. in der Stahlindustrie zur Auskleidung von Pfannen für den Transport von flüssig-heißem Stahl benötigt werden. Heute wird diese Produktion gemeinsam von den Unternehmen Rheinkalk und LWB Refractories – beide Töchter der belgischen Lhoist Group – betrieben. Das Werk umfasst einen Steinbruch für Dolomitstein, einen Brennbetrieb zur Herstellung von Dolomitsinter und eine Steinfabrik. Für den notwendigen Abbau des Dolomitsteins ist zukünftig eine Erweiterung des Steinbruches erforderlich. Dies würde allerdings zum Teil einen Raum beanspruchen, der als Schutzgebiet nach der Fauna-Flora-Habitat- Richtlinie (FFH) der Europäischen Union gemeldet wurde.

Das Unternehmen Rheinkalk als Betreiber des Steinbruches hat SUSTAIN CONSULT damit beauftragt, an der Erstellung des Genehmigungsantrages für die Erweiterung des Abbaus mitzuwirken. Konkret hat SUSTAIN CONSULT dabei zwei Fragen untersucht:

  • Gibt es Alternativen zur geplanten Erweiterung des Steinbruches vor Ort, bei denen sowohl der Betrieb weitergeführt als auch das FFH-Schutzgebiet vollständig erhalten werden kann?
  • Welche öffentlichen Interessen sind mit der Feuerfest-Produktion und der Steinbruch-Erweiterung verbunden? Wie gewichtig sind diese Interessen, machen sie den Abbau im FFH-Gebiet notwendig?

SUSTAIN CONSULT konnte zeigen, dass von der Feuerfestproduktion in Hagen viele weitere Arbeitsplätze im regionalen Umfeld abhängen. Alternative Ab- baumöglichkeiten für die erforderlichen Rohstoffe an anderen Orten gibt es nicht. Deshalb ist eine Abwägung zwischen der Entwicklung von Regionalwirtschaft und Beschäftigung einerseits und dem örtlichen FFH-Schutz andererseits unvermeidbar. Damit erhält der Ausgleich eines möglichen Eingriffes in das FFH-Gebiet an anderer Stelle größte Bedeutung.

Ansprechpartner:
Ralf Löckener
loeckener@sustain-consult.de
T: +49 (0)231 - 981 285 11